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Was ist Geist

Die Essenz, aus der alles kommt

 

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Ein Vortrag von Georg Peukert      

 

Als Jugendlicher war ich ein leidenschaftlicher Radiohörer. Alles was aufbauend war, war das Ziel meiner Vorstellung. Wo die Phantasie angeregt wurde und man wunderbare Vorstellungen entwickeln konnte. In dieser Zeit, so erinnere ich mich, kam jeden Abend auch eine Sendung für Erwachsene, die sich mit aktuellen Zeitfragen beschäftigte. Sie trug den Namen: Vom Geist der Zeit. In dieser Sendung wurden Dinge behandelt, die mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenhingen, aus der Sicht eines Beobachters, der versuchte über den Dingen zu stehen. Es war deshalb jeden Abend ein begehrtes Ziel, sich für ein paar Minuten dieser über den Dingen liegenden Themen zu widmen. Warum? Weil es Menschen schon immer als wohltuend empfinden, aus den Alltagsgedanken herauszukommen, für Momente frei zu werden, frei in seinem Geiste.

Das wollen wir heute auch tun, aber ich möchte versuchen noch weiter herauszukommen aus den Alltagsthemen und vorzustoßen in den Bereich, der über allem liegt, der die Grundlage allen menschlichen Daseins ist und der auch als Ursache der Schöpfung selbst zu verstehen ist:

dem Geist der Welt, der unser aller Urgrund ist.

Dieses Thema habe ich gewählt, weil wir in unserem heutigen Dasein Dinge ergründen, die umfassend sind wie nie zuvor, wir können unglaublich viel, wir meinen, mit der Naturwissenschaft alles erklären zu können, aber was wir als Menschen sind, welchen Sinn wir haben, was das Göttliche ist und wo unser Ziel ist, geht uns vollkommen ab.

Wir leben dahin, wir bilden uns aus, gehen zur Arbeit, gründen Familien,  informieren uns über alles was in dieser Welt geschieht und wir können uns augenblicklich an jeder Stelle in dieser Welt „einklicken", wir haben jede erdenkliche Nahrung und in der Medizin ist so vieles möglich und wir werden unendlich alt.  Vielleicht gehen wir sogar regelmäßig in die Kirche, aber von der Grundlage unseres Daseins, vom Geist, wissen wir nichts. Ihn haben wir aus dem Bewusstsein verloren, wo er doch das Wesentliche unseres Lebens ist. Er, der Geist, aus dem alles geworden ist.

Wo fangen wir am besten an?

Das NT sagt:  „Im Urbeginne war das WORT und das WORT war bei Gott. Aus ihm sind alle Dinge geworden und nichts von allem entstandenen ist anders als durch das WORT geworden....".

Wie kann etwas wie die Welt aus einem „Wort" werden ? Was ist das Wort? Ein Fundamentalwiderspruch zur Naturwissenschaft? Wenn wir in die Religionengehen finden wir folgende Begriffe:

Gott, Wort, Logos, Geist, Allmacht, Seiendes, Vater, Christus

Viele Worte, die mit unserem normalen Leben nichts zu tun haben. Sie sind gänzlich anderer Art. Sie entstammen einer anderen Welt, einer Welt, die wir heute kaum verstehen. Sie können wir nicht sehen und anfassen,  ........ sondern nur „denken".

Was ist Denken?

Weil es tagtäglich bei uns ist, ist uns nicht bewusst, welch außerordentliche Fähigkeit der Mensch im Denken neben der Sinneswahrnehmung hat. Im Kosmos ist das Denken ein besonderes Phänomen, denn es hat nur der Mensch. Alle anderen Wesen nehmen die Gedanken Gottes direkt durch Intuition auf. Nur der Mensch im Irdischen erhielt neben der Wahrnehmung über die Sinne das Denken, so dass wir zwei Fähigkeiten des Menschen vorfinden, mit denen er die Welt erfassen kann:

Wahrnehmung =  mit den Sinnen  =  das Sichtbare  =  die Fähigkeit der Naturwissenschaft

Denken   =  geistige Fähigkeit  =  Denken und Erkenntnis  =  das Unsichtbare  = die Fähigkeit der Geisteswissenschaft   Bild 1
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Die Sinneswahrnehmung ist klar: Tasten, Sehen, Fühlen, Hören, Schmecken etc. . Sie brauchen wir, um die weltlichen Dinge zu erfassen.

Mit dem zweiten, dem Denken, ist es schon etwas schwieriger. Da müssen wir Fähigkeiten in Anspruch nehmen, die nicht so ganz klar und deutlich sind. Wir Denken etwas. Ein merkwürdiger Vorgang. Im Denken erfassen wir, was hinter dem Wahrgenommenen liegt, also das, was das Wahrgenommene übersteigt. Mit dem Denken ergänzen wir das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken. Nur dadurch kommen wir zu einem abgeschlossenen Abdruck der äußeren Erscheinung: durch das sichtbare Wahrnehmen und das unsichtbare Denken, entsteht erst das Ganze, die „Wirklichkeit". Durch seine Fähigkeiten sieht der Mensch die Dinge getrennt, das Sichtbare und das Unsichtbare. Heute !  War das immer so?

In der langen Geschichte der Menschheit können wir verschiedene Phasen des menschlichen höheren Erfassens erkennen: Das Leben mit den Göttern und das von ihnen geleitet werden. Der Mensch hing an den göttlichen Wesen und wurde von ihnen gelenkt. Götter und Menschen waren eine Einheit. Sie lebten zusammen.

Dann kam das langsame Loslösen vom direkten Einfluss dieser höheren Welten. Das Verbundensein mit den Göttern verschwand und das „Hellsehen" kam hervor. Dazu wurden in den alten Kulturen die Mysterien geschaffen, in denen nach einer bestimmten Methode, ausgewählte Menschen für die geistige Welt geschult und eingeführt wurden. Die Mysterien waren die geistigen Lehranstalten der alten Zeit, die die Verbindung zu den Göttern unterhielten. In ihnen wurden Auserwählte „eingeweiht", die ihr Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellten. Das heißt, die Götter stellten den Menschen das unsichtbare Geistige bereit und die Menschen machten sich fähig, dieses zu verstehen und umzusetzen.

Aber auch diese Zeit ging zu Ende. DieGötterdämmerung" kam.  Den Menschen wurde immer mehr die Fähigkeit genommen, über bestimmte Wege mit den göttlichen Wesen zu sprechen. Die Götterweisheiten dämmerten herab, aber dafür kam etwas Neues: die Denkfähigkeit. Was früher Eingebung der Götter war, wurde nun der Impuls des Denkens.

Später ergaben sich die Wissenschaften mit Philosophie und Theologie, zuerst als Wissenschaft vom Methaphysischen (außerhalb), dann als reine Wissenschaft des materiellen ohne geistige Lehren, reine Stoffbetrachtung.

So hat man eigentlich schon immer gewusst, der Mensch ist ein Wesen, das zugleich in 2 Welten lebt:

in der materiellen irdischen Welt   >>  mit dem Körper
in der seelisch geistigen Welt        >>  mit  Seele + Geist

Alle drei, Körperwelt, Seelenwelt und Geisteswelt, sind eng miteinander verknüpft, eine enge Einheit, von der wir nur den Leib kennen, also einen kleinen Teil des ganzen Menschen.  Bild 2
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Der Körper ist sichtbar und naturwissenschaftlich erfassbar,  unser Geist und Seele sind unsichtbar und nicht erfassbar. Die Naturwissenschaft hat zu ihnen keinen Zugang. Seele und Geist liegen außerhalb der naturwissenschaftlichen Möglichkeiten.

Darin liegt das Dilemma, denn die Naturwissenschaft kann zwar in die materiellen Vorgänge bis ins letzte Detail vordringen, aber sie kann geistiges und seelisches nicht erfassen. Das liegt außerhalb ihres Vermögens. Da sie aber die absolut Prägende und alles Bestimmende unserer Zeit ist, wird uns dadurch der Zugang zu diesem Feld verwehrt. Wer mit Spirituellem/Metaphysischen kommt, ist ein Phantast und weit weg von der sogenannten  „Realität". Das ist wie einer, der blau nicht sehen kann, aber alle Farben beschreiben will.

Naturwissenschaft will zudem alles beweisen. Das begründet sich auf den materiellen Prinzipien, die stoffliche Vorgänge und Prozesse nachweisen wollen und müssen. Auch dieses stößt gegen die Grundsätze des Geistigen. Denn Geistiges kann nicht wie Stoff bewiesen werden, so wie Gott nicht zu beweisen ist, sondern Geistiges muß über einen anderen Weg erfasst werden:

über Denken, über Erkenntnis, die geistigen Fähigkeiten und Methoden des Menschen. Denn nur Geist kann Geist erkennen, wussten schon die griechischen Philosophen.

Deshalb müssen wir in der Welt scharf unterscheiden:

ein Offenbares/Sichtbares und ein Verborgenes (Okkultes).  Bild 2a
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Während das Offenbare für uns dauernd präsent ist, muß das Verborgene, das Okkulte einen fortwährenden Kampf gegen die Stoffe und Kräfte des Mineralischen führen. Es liegt hinter dem Offenbaren.

Durch die langen Entwicklungen der vergangenen 1000 Jahre und dem Entstehen der Naturwissenschaften, sind wir zu der Ansicht gekommen, der Mensch ist ein rein physisches Gebilde mit ein paar psychischen Eigenschaften. Das ist der Grund, warum wir es heute gar nicht für möglich halten, dass es über unseren Leib hinaus noch weitere konkrete Menschenglieder gibt, die zu unserem persönlichen Menschen-Wesen gehören. Die alte Lehre, der Mensch ist ein Wesen aus Körper, Seele und Geist, ist in allen Wissenschaften vergessen. Dieses alte Prinzip nannte man Trichotomie.

Eine Folge von diesem vergessen ist, dass wir alle mit einem reduzierten Menschenbild leben, weshalb z.B. in der Medizin der Mensch als Maschine mit physischen und chemischen Funktionen gesehen wird, in der man auch beliebig mit „Ersatzteilen" umgehen kann, oder das wir bei Todesvorgängen kaum eine gesunde Beziehung  dem tatsächlichen Geschehen aufbauen können,  weil sie das Bild vom „wahren Menschen"  nicht mehr kennen :

  • dem irdischen und kosmischen Menschen.  Bild  2b
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Wüssten wir davon und würde es uns einleuchten, könnten wir unserem Leben einen viel tieferen Sinn geben, denn wir wüssten, hier auf der Erde kommt nur ein Teil unseres gesamten Wesens ins Bewusstsein.

Während Naturwissenschaft nur das Materielle, das Erfassbare, das Wägbare sieht, bringt Religion bzw. die geistigen Lehren die Offenbarung, also das Wissen von der anderen Seite. Wir können diese Wahrheiten nicht hören, sehen und fühlen. Ihr Erfassen ist anderer Art.

Nun muß man fragen, ist der Zustand, dass es da eine andere nicht erfassbare unsichtbare Welt gibt, eine zweite Hälfte, unüberwindlich? Haben wir tatsächlich keine Chance, wie Kant sagt, diese jemals zu ergreifen? Darüber haben die Weisen, die großen Theologen und Philosophen der letzten 2500 Jahre unendlich nachgedacht und versucht, sich hineinzudenken. Es waren nur wenige, die erkannten, dass es erstens 2 Welten sind (die geistige + die irdische), und dass es nicht zwei voneinander getrennte Welten, sondern das diese beiden Welten inniglich miteinander verbunden sind, nur für unsere Sinne getrennt erscheinen. Die großen Denker wussten, das der Mensch selber die Brücke zwischen geistigem Kosmos und irdischer sinnlicher Welt ist. Er hat die Fähigkeit beide „Welten" in sich zu vereinen. Der Mensch mit Körper, Seele und Geist ist die die „Brücke", um aus dem Getrennten Eins zu machen.   

Denken ist die kosmische Komponente, mit dem man das unsichtbare Geistige, welches überall um uns ist, erfassen kann. Damit ist deutlich, dass im physischen Menschenwesen eine Fähigkeit verborgen ist, die es dem leiblichen Menschen ermöglicht, jederzeit zu den Göttern zurückzukehren. Zu seiner geistigen Heimat, die er aus dem Sinn verloren hat.

Denken kann man als die Rückverbindung zu Gott verstehen, denn Denken ist ein geistiger Vorgang und Gott ist der Geist selber, der Allgeist, der Logos. Im Denken bewegen wir uns auf den „verlorenen Gott" zu, denn er ist alles, was gedacht werden kann.  Bild 3


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Dieses Denken heute, war früher Hellsicht, Prophetie, Glauben, Offenbarung. Der Mensch musste Jahrtausende durchlaufen, bis in ihm das Denken entwickelt war; und selbst heute sind wir immer noch auf halben Wege. Im Denken zieht der Mensch den universellen Weltengeist in sich hinein, der sich in ihm individualisiert. Denn Weltgeist, Gott, ist universell, ist allumfassend, enthält alles was geworden ist und im Menschen erscheint dies jeweils individuell ausgeprägt.  So bleibt der Mensch auch nach dem Tode existent, weil er auf der anderen Seite von seinen Gedanken, seinem Geistwesen getragen wird.

Man kann auch sagen, im innersten Selentempel des Menschen, der nicht der Leib ist,  zeigt sich ein Tropfen aus dem Meer der alles durchdringenden göttlichen Geistigkeit. Diesen Tropfen nennt die Geheimwissenschaft den hl. Geist. So das der Seelenteil, der in uns für das Bewusstsein zuständig ist, die Bewusstseinsseele, direkt mit dem Geist verbunden ist. Der Geist ist das Verborgene im Offenbaren. Und dieser Geist offenbart sich im Denken. Bild 4
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Hätten wir kein Denken, könnten wir das unsichtbare Göttliche nicht erfassen. Mit der Entwicklung des systematischen Denkens hat uns Gott ein Werkzeug mitgegeben, mit dem wir aus der irdischen Welt der Sinne, wieder in die geistige Welt zurückkehren können. Im geistigen Denken liegt unsere Rückversicherung in die Welt Gottes, wenn wir es nur wollen.

An dieser Stelle muß auf die Seele eingegangen werden. Schon bei Aristoteles und in den folgenden Jahrhunderten erkannten die großen Philosophen, das der Logos (der Geist) zum Eintauchen in die irdische Welt einen „Mittler" braucht, der zwischen wesensfremdem Geist und Materie eine Verbindung schafft. Das ist die Seele. Sie verbindet die beiden Extreme:  Geistiges/Göttliches, das weder Stoff noch Zeit kennt und Irdisches, das reiner Stoff ist. Die Seele vermittelt zwischen beiden, so dass sie „transformieren" kann. Sie hat die Fähigkeit Geistiges in sich erscheinen zu lassen - es zu denken -, und andererseits den inneren Zugang zum Leib und seinen materiellen Funktionen. So transferiert sie Geistiges in materielle Vorgänge des Leibes. Bild 5
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Zudem ist die Seele der Träger des eigentlichen menschlichen Wesens, das aus langer Entwicklung kommt und sich im Irdischen immer mehr zu einem höheren Wesen entwickeln will. Die Seele ist unser eigentliches Selbst, ist der irdische Mensch. In ihr ruhen unsere persönlichen Eigenschaften, unsere Talente, Freuden, Leidschaften, Lust, Unlust, Sympathie, Antipathie und unser Schicksal. In ihrem innersten Kern hat sie den „Tropfen", der sie von diesem persönlichen, dem Individuellen loslösen kann und mit dem unendlich göttlich geistigen verbindet. In diesem  Tropfen sitzt die Fähigkeit, die Seele aus ihrem noch niederen Wesen herauszuentwickeln. Das hat zur Folge, dass der Mensch aus einem mehr triebhaften, naturhaften Wesen, immer mehr zu einem höheren geistigen Wesen wird. Er reinigt sich vom Niederem zu Höherem. Einfaches Empfinden und einfaches Verstehen der Seele  wandeln sich zu „Bewusstsein", zu Erkenntnis, zu Menschengeist, mit dem der Mensch eines Tages zu einem vollkommenen Geistwesen aufsteigen kann. Aus unvollkommener Seele wird vollkommener Geist. Der tiefe Sinn des Lebens. In allem was wir tun, arbeiten wir an diesem Prozess.

Somit ist unsere menschliche Seele (eingebunden in einen Leib) auf dem Weg zur geistigen Vollkommenheit. Das geht nur mit innerer Weiterentwicklung, Lernen und Verstehen der dazu notwendigen geistigen Inhalte. Sich Bemühen! Geist und Seele kommen sich in diesem Vorgang immer mehr entgegen, bis sie vollkommen ineinander verschmelzen, zum Ebenbild Gottes werden in vielfältiger individueller Ausprägung. Eines nimmt ab, das Seelische, das andere zu - das göttlich Geistige -.

Vor Urzeiten stieg die Seele des Menschen aus den kosmischen Weiten in die Welt hinab. Wurde immer irdischer, immer stofflicher und verlor dabei mehr und mehr das Wissen von ihrem Ursprung. Diesen Vorgang bezeichnet die Bibel  mit dem Ausdruck: „Das WORT ist Fleisch geworden". Nun ist der tiefste Punkt in dieser Entwicklung erreicht. Das menschliche Wesen ist so weit in die Welt der Materie herabgestiegen, ist so fleischlich weltlich geworden, dass nun die Umkehr stattfinden muss ! Das irdisch gewordene WORT, das Fleisch,  will wieder WORT werden.  Bild 6

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Uns Menschen hier auf der Erde geht es wie einem Taucher am Meeresgrund, der von oben hinuntertaucht zum Grund und unten ankommt und so fasziniert ist von dem was er sieht, von dieser schillernden und im verschwommenen Licht liegenden „Unterwelt", das er alles vergisst, was hinter ihm liegt, dass es ihm entschwindet, wieder aufzutauchen. Wie in einem Rausch.

Die menschliche Seele, angereichert mit den unendlichen langen Erfahrungen im Irdischen, der Weltentwicklung, hat in unserer Zeit einer wichtige Stufe erreicht. Sie muss sich nun wieder in ihre geistige Heimat zurückbegeben, sich „vergeistigen". Auch die den Menschen umgebende Materie. Selbst die muss der Mensch verwandelt mitnehmen. Sie zum Geist, wo alles herkam,  zurückführen. Dieser Vorgang ist ein großes Mysterium,  ein dem allgemeinen Menschenwissen verborgenes Geheimnis.

An dieser Stelle kommen wir zu den tiefsten Inhalten des Christentums, zu Jesus Christus, dem Weltenschöpfer, dem Logos, dem Wort.  Er selbst ist die göttliche Kraft, die den Menschen am tiefsten Punkt der materiellen Entwicklung die Möglichkeit gibt, diesen „Rückweg" überhaupt gehen zu können. Er „verkörpert" die neue geistige Kraft, die die Menschheit braucht, um in der Materie umzukehren und wieder in die geistige Welt zurückzukehren.  Diese Christus-Kraft ist die Gotteskraft, die den Menschen von der Materie zu erlösen können. Nur mit ihr kommen wir zum Geist, - zum Vatergott -, (der Urgrund von allem) zurück. Das meint der Christussatz: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater, denn durch mich". Das ist die Erlösung aus dem materiellen Dasein. Durch meine göttlich geistige Kraft, die ich unsichtbar auf der Erde verbreitet habe, bekommt ihr die Hilfe zur Wende. Weiter sagt er: Ihr müsst meine Kraft durch euer geistiges Verstehen aufnehmen, damit ihr diesen Rückweg gehen könnt. Dafür bin ich aus der geistig göttlichen Welt gekommen („mein Reich ist nicht von dieser Welt"). Ich habe mich dafür geopfert. Habe meinen göttlichen Wirkort verlassen, um Euch auf der Erde aus der Materie zu erlösen, aus diesem irdischen Dasein, in der ihr eine göttliche Aufgabe erfüllt habt !

Damit können wir nicht nur zu Gott zurück, sondern Gott kann auch zu uns, denn er findet in uns etwas vor (den Tropfen aus sich), - wenn auch noch ganz klein -. Er ist der „Tropfen aus dem hl. Geist. Der große Universaltropfen findet den kleinen Menschentropfen und benetzt ihn.

Es sind also nicht zwei verschiedene Dinge, die sich im Menschen einerseits und Gott andererseits äußern, sondern es ist alles eins: der universelle Gottesgeist, der der die Materie hat entstehen lassen und das geistige im Menschen. Nur mit dem Unterschied, in Gott ist der Geist allumfassend, vollkommen und universell;  in uns ist der Geist individuell und noch im Werden und voller Fehler. Die göttliche Schöpfung hat in uns veranlagt, diese Fähigkeit weiter auszubauen, bis sie eines Tages zu einer göttlichen Vollkommenheit angewachsen ist. Dann ist der Mensch die „Krone der Schöpfung". Ohne den unsichtbaren Geist in uns, ist es nicht möglich. Nur der Geist im Menschen ermöglicht den Aufstieg.

Das geht allerdings nicht, wenn wir uns treiben lassen und meinen, die Entwicklung oder der heilige Geist wird's schon richten. Da müssen wir selbst etwas tun: „nur wer ewig strebend sich bemüht..."

Zuerst müssen wir unser Wissen um diese Dinge erweitern, lernen, wie die geistigen Dinge um uns herum sind. Unser Denken, unsere geistigen Fähigkeiten müssen entwickelt und trainiert werden, wie bei einem Sportler der seine physischen Organe so entwickeln muss, dass sie ihm nach einiger Zeit die Leistung und Fähigkeit zur Verfügung stellen, wie er sie benötigt.

Wir müssen unseren noch ungeformten Geist trainieren und ihn Verstehend machen. Wo er ist, wie er ist und wofür er verantwortlich ist. Denn das wissen wir detailliert nur für das Physische. Ebenso müssen wir es für alles Geistige lernen. Eine Zukunftsaufgabe. Das Geistige in uns bewusst zu gestalten.

Dazu hat sich in der Menschheit in den letzten Jahrhunderten schon sehr viel getan. Allerdings nur in materieller Hinsicht. Wir haben die Materie durchdacht bis ins letzte Detail, aber das Eigentliche fehlt ihr. Das Denken des Geistigen !

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An diese Stelle, - den weißen Fleck in unserer Zeit-  tritt vor 100 Jahren die Anthroposophie von Rudolf Steiner auf den Plan, der dieses Fehlende, das Begreifen und Verstehen allen Geistigen, welches hinter der Welt steht, als eine neue Wissenschaft bringt. Anthroposophie ist nicht eine Vereinigung von Freunden geistiger Interessen oder irgend etwas dubioses, wie manche meinen, sondern ist schon von seiner Begrifflichkeit her viel mehr. Ein mächtiger neuer Wissensimpuls für das Verstehen der verlorenen geistigen Welt. Der einen Hälfte der Welt, wird mit der Anthroposophie die andere Hälfte der Welt zugefügt.  Es ist ein Impuls für die Menschheit, dem Geistigen entgegen gehen zu können. Dies drückt sich schon in dem eigentümlichen Wort Anthropos-Sophia aus: Bild 7
    
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Anthropos = der zukünftig höhere vollendete Mensch, der Körper, Seele und Geist bewusst zu einer vollkommenen Einheit entwickelt hat, und

Sophia, die seit Jahrtausenden das Wesen des Alls repräsentiert, das als die Weisheit des Kosmos bezeichnet wurde. Anthropos-Sophia ist also ein „Entwicklungs-Vorgang", in dem sich der Mensch mit der höchsten Weisheit im All verbindet.

Zu seinem Menschheitsimpuls sagt  Rudolf Steiner selber :

„Unter Anthroposophie verstehe ich eine wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Naturwissenschaft ebenso wie diejenigen der gewöhnlichen Mystik durchschaut und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, zuerst die noch nicht tätigen Kräfte in der Seele entwickelt, welche ein solches Eindringen erst ermöglichen".

Anthroposophie vermittelt neues Wissen für alles „Unsichtbare" und hilft uns den „ unsichtbare Grund aller Dinge" zu verstehen.

Denn es kann nicht so bleiben, wie es ist. Wir müssen verstehen lernen, dass unsere sichtbare Welt nur ein Schatten ist von einer höheren, unsichtbaren Welt, nämlich der göttlich geistigen. Und es ist nicht wahr, dass wir zu ihr keinen Zutritt haben. Ganz im Gegenteil. In uns ist alles vorbereitet, um den Weg nach oben in das Geistige antreten zu können. Die göttlich geistige Welt wartet auf uns.

Uns geht es wie dem Fisch im Teich, der der Ansicht ist, seine Welt ist alles was es gibt. Er ahnt noch nicht einmal, dass außerhalb seines Teiches eine noch viel größere und komplexere Welt ist, als die seine, die zudem bestimmend ist.

Wir sind als ehemalige reine kosmische Wesen nun in der Materie angekommen. Unsere feine geistige Wesenheit wurde ummantelt von einem materiellen Leib, damit wir hier überhaupt leben können. Unser Leib ist eine materielle Schutzhülle. Wir haben uns in dieser irdischen Welt weit entwickelt, wir verstehen vieles was hier im Äußeren passiert, wir haben die genialen Naturwissenschaften begründet und gestalten die gesamte Erde um, aber wir haben dabei den Blick zurück ins Geistige verloren, den Blick auf Gott und seinen Werdeplan. Wir müssen nun in dieser materiellen Tiefe wieder zurückkehren in die Welt, die unsere Heimat ist, die Welt des Geistes, die Welt der göttlichen Schöpfung.

Der Mensch ist in Wahrheit, -  und dies haben wir vergessen  -, ein geistiges Wesen eingehüllt in einem irdischen Leib. Wir tragen diesen Leib nur für eine relativ kurze Zeit. Über einen viel längeren Zeitraum tragen wir unseren geistigen Leib. Der irdische Leib ist ein Wunder der Natur.... nein er ist mehr, er ist der Höhepunkt der Schöpfung Gottes. Die Krone der Schöpfung. Er ist ein zu Stoff gewordenes Abbild der gesamten Welt d.h., der Natur, der Pflanzen, der Tiere, des Lichtes, der Dunkelheit und des Sternenhimmels. Alles um uns herum ist auf geheimnisvolle Weise in unserem Leib enthalten, ist in einer gigantischen Metamorphose zu unserem Organismus geworden. Das ist das, was man ein Mysterium nennt, ein göttliches Geheimnis: das Mysterium des Leibes. Aus dem universellen Geist Gottes, der Ureinheit von allem, wird der individuelle Geist aller Menschen, eine unendliche göttliche Vielheit in Menschengestalt. Deshalb bezeichnet man uns auch als „Werdende „ ......  zu Gott hin.   Bild 8


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Wir Menschen sind auf dem Wege einen unendlichen Schöpfergedanken zu verwirklichen, in dem aus einer unvorstellbaren geistigen Ureinheit des Alls, viele Einzelwesen entstehen. geistige. In uns Menschen wird der Geist Gottes zu einer unendlichen Vielheit, eingebunden in jeweils einen irdischen Körper, der seine Entwicklung aus den Prozessen des Irdischen nehmen muss. Das ist der Plan. Nur im irdischen Umfeld kann die menschliche Seele weiterkommen. Nur hier liegt ihr Chance. Sie muß deshalb die Zeit hier gut nützen. Danach ist es zu spät. Ihr Begleiter hier ist der hl. Geist, der sie davor bewahren kann, in die falsche Richtung zu gehen. Wir Menschen haben die Aufgabe, immer wieder zwischen der geistigen und irdischen materiellen Welt zu pendeln, immer neue Körper und Epochen zu bewohnen, um dann jedes Mal in neuen Aufgabe und in veränderten Kulturstufen, unsere Seelen ein Stück weiterzubringen. In dieser Aufgabe sind wir auf halbem Wege. Goethe sagt: „Wir sind Wanderer zwischen zwei Welten". Das geht jedoch nur, weil wir Geist und Seele als Träger über diesen Weltengraben hinweg haben.

Damit wird der Mensch Gestalter der eigenen Entwicklung im göttlichen Plan und nicht der passive Anwärter auf ein Heilsgeschehen, dass ohne ihn abläuft. Er selbst trägt die Verantwortung, weil er geistiges Wesen aus göttlichem Geist ist.

Das bringt eine hohe Verantwortung mit sich.   

Um das Ziel jedoch zu erreichen, müssen wir zuerst wieder den Geist erkennen, diese unsichtbare Realität, dieses Lichtwesen des Alls, damit er hier im täglichen Leben real wird. Denn er alleine ist die Richtschnur in die Zukunft. Wie auf einer Leiter, auf der man Sprosse um Sprosse nach oben steigt. Nach oben zum Geiste..... Und Geist kann nur wirken, wenn er in unserem Bewußtsein aufleuchtet !! Unser Bewusstsein ist Geist.

Aber Geist ist nicht irgend etwas, sondern Geist ist Gott, ist Christus, genauso genommen seine geistige Kraft, die er ins Irdische eingebracht hat. Am Anfang ist er die geistige Schöpfung und nun auf dem Rückweg die geistige „Auferstehung"  . Die Auferstehungskraft ist eine geistige Kraft, damit wir als irdische gewordenes Wesen wieder geistig werden können. Das Fleisch kann wieder WORT werden. Nur damit.

Das Christentum ist die einzige Religion, bei der diese Auferstehungskraft im Mittelpunkt steht. In unserer Zeit ist dies schon weit gekommen. Die Verstandeskräfte haben sich unglaublich entwickelt. Wissenschaft und Logik sowie komplexe Prozesse sind überall vorne dran. Wir haben es als Menschen weit gebracht. Aber leider nur auf materiellem Gebiet. Das Denken beherrschen wir nur  in materiellen Vorgängen. Bei unstofflichen, unsichtbaren Vorgängen, bei religiösen Dingen, also geistigen Zusammenhängen, ahnen wir noch nicht einmal, was da tatsächlich vor sich geht. Dieses Fehlende  muß nun von uns  ergriffen werden. ..... mit dem Geist, mit unserem denkenden Geist.

Zu ihm müssen wir uns aufrichten uns hochranken, wie die Bohne an der Stange. Der Geist in uns, ist der Weg zu Gott, zum Geist des Alls. Es gibt keinen anderen. Denn Gott ist Geist. Nur das was wir davon bis jetzt aufnehmen können, ist noch recht klein, noch in den Anfängen,  aber es ist bereits da und es ist ein göttlicher Funke.

„den göttlichen Funken in uns zur Flammen werden zu lassen" sagt Goethe.

So ist Gott mit seinen geistigen Scharen um uns und über uns, um die Entwicklung der Menschheit zu lenken und dem Menschen bei allem Fallen, immer wieder aufzuhelfen. Dazu dient im Grunde genommen Religion, nämlich die Verbindung mit dem Ursprung zu halten - „Zurückführen" religio .... zum göttlichen Ursprung, zum Geist.

Geist hat im Irdischen ein deutliches Merkmal. Er macht uns wach. Denn Bewusstsein ist aufweckend für die Dinge um uns her. Geist erweckt uns zu Höherem, macht uns gleichzeitig aber auch zum Ego mit allen Folgen. Geist macht zudem gesund  (heil, heilig), weil wahrer Geist keine Verfälschung enthält. Sich mit wahrhaft Geistigen beschäftigen „ heilt".

Nicht im Geiste sein dagegen macht schläfrig und blind, lässt einen in guten alten Gewohnheiten verbleiben. Ohne Geist bleibt alle Entwicklung stehen. Den Geist verlieren ist immer die Ursache für das Böse. Ungeistigkeit ist das Ende des Menschen.

Im Geiste sind wir durch und durch göttlich,  in der Seele sind wir menschlich und im Körper sind wir irdisch. Im Geist Denken wir. Im Denken spiegelt sich in uns Göttliches. Der Mensch ist das einzige Wesen im Kosmos, das Denken kann. Selbst Engel denken nicht, sondern sie nehmen den Willen Gottes direkt auf (sie sind Teile seines Seins), ohne Denken. Deshalb ist der Mensch einmalig, denn in ihm wird Denken und Liebe in der materiellen Welt zu einer neuen Vollkommenheit entwickelt.

Geist ist ohne Gefühle, ohne Emotionen. Geist ist rein und gesund....heil !!!  Die Theologie spricht deshalb vom „ Heilsplan" Gottes.  Sympathie und Antipathie und alle menschlichen Stärken und Schwächen sind seelischer Art. Emotionen sind Bestandteil der Seele. Die Sinne des Körpers nehmen die Außenwelt auf, die Seele empfindet dabei und der Geist beginnt zu Denken. So vereinigt sich in uns Menschen ständig die geistige mit der irdischen Welt,....über die Seele. Unsere Seele ist der Schauplatz zwischem kosmischen und irdischen Geschehen. Daran wachsen wir, weil wir daraus unendlich viel lernen. Auch das ist Gottes Plan.

Haben wir diesen Plan eines Tages erfüllt, werden wir verwandelt sein, zu einem ganz neuen und vollkommenen Wesen, dem „Anthropos",  der höhere Mensch, das Ebenbild Gottes. Einem neuen Geistwesen, das aus Irdischem sich entwickelt hat.

Doch bis dahin haben wir einige Hürden zu überwinden. Diese Hürden stammen aus den Gegenkräften, dem Bösen, also auch aus geistigen Kräften, die den Menschen daran hindern wollen, sein hohes Ziel zu erreichen. Nur in dem „ Erkennen" des Bösen liegt die Möglichkeit, gegen sie gefeiht zu sein. Und je mehr wir die Wirkungen des Bösen erkennen (Verstehen), um so mehr können wir den Kräften  die dem

Wahren, Schönen und Guten = Gott

angehören, wachsen.

Dabei muß man jedoch verstehen, daß es ist nicht irgendwer ist, der die Welt gut oder schlecht macht. Es sind wir Menschen ganz allein, indem wir die Freiheit haben, in jeder Minute mit unserem freien Geist, uns für das eine oder andere zu entscheiden. Beide Kräfte sind da, aber wir entscheiden. Damit schaffen wir allein die zukünftige Welt. Es gibt deshalb nur zwei Wege, um weise zu werden:
  • durch Einsicht oder
  • durch leidvolle Erfahrung.
Unsere Zeit leidet bereits unter diesem fehlenden Geist und den sich daraus  verstärkenden Kräften, die dem Menschen Schaden zufügen wollen. Überall sind diese negativen Tendenzen oben auf:
  • in der Politik, wo Eigennutz, Einseitigkeiten, Egoismus, Meinung, Lügen und falsches Denken im Vordergrund stehen und kein Mensch mehr in den Tugenden und Idealen lebt, die der Abdruck Gottes sind                      >> es fehlt der gute Geist
  • in der Wirtschaft, wo nur noch elektronische Tabellen und tote Zahlenwerke, unmenschliche Führer, brutaler Erfolgsdruck, Unterdrückung der Kleinen im Vordergrund stehen, der Mensch selber  und die soziale Gemeinschaft  nicht mehr wahrgenommen werden.                                                                                    >> es fehlt der gute Geist
  • In der Finanzpolitik,  in der der größte Egoismus systematisch entwickelt wird und in der soziales Verständnis oder gar Brüderlichkeit Fremdworte sind.> gerade hier fehlt der gute Geist
  • im freien Geistesleben, der Bildung und Kultur unserer Gesellschaft. Aus diesem Bereich kommen die Kräfte für Innovation und Zukunftsfähigkeit sowie der Schlüssel für das Wohl des gesamten sozialen Organismus. Dieser Bereich  ist heute stark unterbelichtet.                                                                        >> es fehlt der gute Geist
  • In der Medizin wird das wahre Wesen des Menschen nicht mehr erkannt. Körper Seele und Geist sind zu einer Maschine mit biochemischen Funktionen verkommen. Nicht der Mensch, sondern der Kommerz  steht im Mittelpunkt.  Alternative menschliche Medizin dagegen wird regelrecht denunziert. Darin liegt ein fundamentaler Fehler, der aus mangelndem Geistverständnis kommt.                                                                                                                                               >> auch hier: es fehlt der gute Geist
  • In Schule und Lehre: Mit der planmäßigen Abtötung der Phantasiekräfte durch nicht kindgemäße Lehrpläne, die Drosselung des Gefühlslebens und durch fehlende Kunst sowie durch einseitige Anreizung der  Verstandestätigkeit und verfrühter Kritikübung, presst heutige Pädagogik ihr „Nachwuchsmaterial" in die Schablonen künftiger „Erfolgsmenschen". In der Schule werden keine weisen Lehren gelehrt, sondern unlebendiges, totes Wissen gepaukt. Die schlimmen Vorgänge an unseren Schulen mit Gewalt und Unlust jeder Art sind bereits die konkrete Folge                                                                                                  >> es fehlt der gute Geist
  • in unserer Gesellschaft, die einerseits nur noch brutales Business kennt, andererseits stark von einer Event und Fun Gesellschaft geprägt ist. Bewusstsein für eine soziale Gemeinschaft in der eigentlich Gottes Plan verwirklichen soll, existiert nicht.                                                                                                           >> es fehlt der gute Geist
  • Und schlussendlich haben  wir keine Religion und leben deshalb nicht nach einer solchen. Die Religion, in der die richtige dauernde Verbindung zum Göttlichen und Geistigen gepflegt wird. Der Islam will uns westliche Welt deshalb vernichten, weil er feststellen muß, dass wir im rein wirtschaftlichen Prozessen verkommen und der Aufgabe Gottes nicht mehr dienen. Der Kampf überall gegen uns Westliche, ist in Wirklichkeit der Kampf für eine Gesellschaft in Gott, die für Gott lebt und dessen Pflichten erfüllt. Für eine Gesellschaft, die täglich um den göttlichen Geist ringt und ihm dient.                                                                                               >> uns dagegen fehlt der gute Geist
Und wie Recht sie haben, beschreibt der nachfolgende Spruch eines abendländischen Philosophen:

Menschen, Gesellschaft und Natur sind erkrankt.
Überall kann man es hören und sehen.
Die Verdrängung des Geistes zerrüttet den Menschen
in der Wurzel seines Daseins. Verdrängter Geist führt
zu den größten Verwüstungen, zu Haß und Gewalt
und Verzweiflung.

Dieser Satz  zeigt auf dramatische Weise, wo wir stehen. Die Folgen für unsere Gesellschaft  mit dem fehlenden Geist zeigen sich bereits deutlich.

Warum ist das alles so wichtig ?

Weil die Denkrichtung der Gegenwart, in die Sackgasse geraten ist. Man hat unter dem Einfluß der Wissenschaften und dem Verlust des göttlichen Geistes ausschließlich die äußere Natur, den Stoff, die Materie angestarrt; man hat den Menschen in die Reihe der übrigen Lebewesen eingeschoben und hinabgedrückt, so dass die

einzigartige Kraft des Menschen........ die wir Geist nennen,

erniedrigt und verwischt wurde. Das hat den Menschen über Jahrhunderte „verformt", so dass er nicht mehr weiß, wohin sein Weg zu gehen hat und wer er überhaupt ist.

Die Materie verstellt dem Menschen die Aussicht auf das Wesentliche, das Geistige.

Wir Heutigen verwenden deshalb zuviel Zeit für das Äußerliche, das Alltägliche, die Freizeit, den Konsum und den Job und lassen dem wichtigsten in unserm Dasein, dem Kosmos, Gottes Schöpfung, dem Geist - unserer Daseinsgrundlage - ,  zu wenig Raum. Wir, die westliche Welt, das Abendland, haben unseren göttlich geistigen Ursprung verloren.

Freiheit, von dem so leichtfertig geredet wird bedeutet, seinen persönlichen Auftrag im Plan Gottes auf der Erde zu erkennen (geistig) und zu erfüllen und nicht, alles zu tun was man will ! Freiheit im geistigen Sinne heisst, erkennen, wo wir jeweils unseren inneren Auftrag (aus Gott) in dieser fundamentalen Entwicklung haben.

Darin steckt allerdings eine ungeheure Tragödie. Einerseits fehlt den Menschen die spirituelle Grundlage, die sie in allem weiter bringen könnte. Denn im Universum kann nichts auf Dauer gedeihen, das nicht in den geistigen Gesetzen Gottes schwingt. Verstößt der Mensch über längerer Zeit dagegen, wird er immer durch äußere Ereignisse (Katastrophen, Schicksalsschläge), die göttlich inszeniert sind, zur Rechenschaft gezogen. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen konsequent.

In einer Welt des materiellen Überflusses hungert unsere Seele nach seelischen, geistigen und sozialen Werten. Dies ist überall zu beobachten.

Das eigentliche Drama, das sich aus der geschilderten Gesamtproblematik ergibt ist, die g e i s t i g   s c h a f f e n d e      W e l t  über uns findet auf der Erde kaum noch Menschen, die dies „erkennen und begreifen" und dadurch  aktiv an ihrer Schöpfung teilhaben kann. Denn in dieser Schöpfung ist der Mensch das wichtigstes Glied, er ist tatsächlich die „ Krone der Schöpfung".                                                                  

In unserem Bewusstsein wird sich Gott bewusst,...sonst nicht. Ist er sich in uns bewusst, ist er hier, unter uns, nicht in einer nicht erreichbaren Transzendenz. Und nur in uns vollendet sich sein Schöpfungsplan.

Schon Platon, der Weltweise, lehrte, das
  • Himmel und Erde,
  • Götter und Menschen
eine umfassende Gemeinschaft bilden, die alle am göttlichen Gestalten teilhaben und einer strengen Ordnung unterliegen. Deshalb nannte er das Ganze Kosmos, d.h. die „Ordnung", also das richtige Zusammenwirken zwischen
  • oben und unten,
  • zwischen Sichtbar und Unsichtbar,
  • zwischen Geist und Materie,
  • wischen Gott und Mensch.
Der Mensch, wir also, ist die Essenz in diesem gigantischen kosmischen Geschehen und es ist ungeheuer wichtig, daß wir wieder wissen, wer wir sind und welches unsere Aufgabe ist, sonst kommt das zum Stehen, was die Essens in Gottes Plan ist, denn es unterliegt gleichermaßen der Freiheit des Menschen es zu tun oder es zu lassen.

Deshalb sagt der große Menschheitslehrer Rudolf Steiner:

Durch das, was von altersher heraufkommt, ist die
Welt an einem Ende. Neues kommt nicht daher.
Neues muß kommen aus der geistigen Welt.
Aber es kommt nicht, wenn der Mensch sie nicht
in freiem Willen aufnehmen will. Rettung kann nur kommen,
wenn Menschen sich finden, die dem Geiste entgegen gehen.

Was heißt das ? :

"Wenn wir durch die Welt schreiten in dem Bewußtsein: Mit jedem Blick, mit jedem Ton, den wir hören, strömt Geistiges, strömt Seelisches wenigstens in uns ein, und zu gleicher Zeit strömen wir in die Welt Seelisches hinaus, dann, dann haben wir das Bewußtsein errungen, das die Menschheit für die Zukunft braucht. " 
                                                                                       GA 194, Vortr. v. 30. 11. 1890

 

Das ist der Weg der Anthroposophie, der den Menschen in dieser Zeit des großen Umbruchs neue geistige Grundlagen geben will und helfen, diese zu verstehen. Deshalb heißt es:

„Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte".

Schließen möchte ich mit einem von Rudolf Steiner gegebenen Wahrspruchwort von „den großen Meistern der Weisheit", die im Verborgenen wirken und die Menschheit unsichtbar lenken, - schon immer und auch in aller Zukunft. In ihm kommt das zum Ausdruck, was hier versuchte wurde, darzustellen:

Sieghafter Geist!
Durchflamme die Ohnmacht zaghafter Seelen
Verbrenne die ICH-Sucht
Entzünde das Mitleid
Das Selbstlosigkeit
Der Lebensstrom der Menschheit
Wallt als Quelle der geistigen Wiedergeburt.
 

Und der große Goethe, der Eingeweihte in diese Geheimnisse, sagte wenige Tage vor seinem Tode zu seinem Sekretär Eckermann folgende vermächtnisvolle Sätze, die das Ganze abrunden:

Gott hat sich nach den sechs Schöpfungstagen
keineswegs zur Ruhe begeben,
vielmehr ist er fortwährend wirksam, wie am ersten.
Diese plumpe Welt aus einfachen Elementen zusammenzusetzen und sie Jahraus jahrein in den Strahlen der Sonne rollen zu lassen, hätte ihm sicher wenig Spaß gemacht, wenn er nicht den Plan gehabt hätte, sich auf dieser materiellen Grundlage eine „Pflanzschule"  für eine Welt von „Menschen-Geistern" zu gründen.

So ist er fortwährend in höheren geistigen Naturen  wirksam, um die geringeren irdischen Naturen heranzuziehen.


Goethe schwieg, Ich aber bewahrte seine großen und guten Worte in meinem Herzen.

 
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Und die „goldenen Verse" des Pythagoras schließen mit folgenden Worten:

„Wenn du den Körper verlässt, mögest du die Freiheit des
Äthers erreichen. Du wirst nicht mehr zu den Sterblichen
gehören, du wirst ein unsterblicher Gott sein, herrlich und heilig"