Von der Bedeutung des Christentums

Das Geheimnis um den Christus Jesus

 

 
 

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Eine Darstellung aus anthroposophischer Sicht



von Georg Peukert

               Inhalt:

  • Vom Christentum
  • Eine Einführung
  • Zwei Stammbäume
  • Zwei Jesusknaben
  • Das Tempelereignis
  • Die Essäer
  • Die Jordantaufe
  • Von Jesus zu Christus
  • Das Mysterium von Golgatha
  • Die Auferstehung als Zukunftsimpuls
  • Die beiden Marienwesen
  • Das Geheimnis des Bösen
  • Vom ICH-BIN zum JCH




 
Vom Christentum

Unsere Welt hat sich von der Göttlichkeit und ihrem Verstehen weit entfernt. Äußere Wissenschaften, Naturalismus, Nominalismus und Materialismus in Verbindung mit kaltem ökonomischem Denken und Handeln, prägen unsere Zeit und verdrängen nicht nur religiöses Bewusstsein, sondern die Religion selbst. 

Wir müssen uns daher mit der Frage beschäftigen, was hat es mit unserem Christentum auf sich und wer ist dieser Jesus Christus, der die religiöse Grundlage der westlichen Welt darstellt. Handelt es sich nur um eine äußere Persönlichkeit, oder geht es um mehr? Wer war diese außergewöhnliche Erscheinung vor 2000 Jahren und sind dessen nachträglich niedergeschriebenen Aussagen für uns heute immer noch richtungsweisend. Wie ist das ganze für uns moderne Menschen erklärbar und verstehbar.

Die nachfolgende Abhandlung beschreibt die tiefsten christlichen Inhalte aus einer erweiterten anthroposophischen Sicht.

  

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Einführung

Es gibt in unserer westlichen Welt kaum ein Ereignis, das größere Diskussionen zwischen den Menschen hervorruft, als das Ereignis um die Erscheinung des Jesus von Nazareth, den man später den Jesus Christus nennt.

Das Wissen über ihn finden wir in „zwei Offenbarungen":

1.     den Niederschriften des Alten und Neuen Testamentes und
2.     der außergewöhnlichen Erscheinung des Gottessohnes selber und seinem Wirken im heiligen Land.

Aus diesen Offenbarungen entstand zuerst der „Glaube" und später daraus die Theologie, die Wissenschaft vom Glauben. Glaube ist zu verstehen als eine einfache Erkenntnisstufe, eine unbewußte Einsicht in höhere Dinge bzw. ein inneres Fürwahrhalten. Dieser Glaube hat die Menschen Jahrhunderte geführt und sie waren gut beraten sich an ihn zu halten. Erst später kam die theologische Wissenschaft, die diesen Glauben wissenschaftlich untermauerte (durch Denken und Erkenntnis), so dass auf einmal Glaube und Wissenschaft fast unversöhnlich nebeneinander standen. Zwei unterschiedliche Wege für ein und das Gleiche. Den großen Gelehrten in diesem Fach gelang es jedoch, die beiden Wege immer wieder zusammen zu führen, in dem sie erklärten:

„Ich glaube, um zu verstehen".

Damit war der Weg für beide Richtungen offen und die Prinzipien konnten sich ergänzen. 

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde allerdings das „Flechtwerk" aus ständig zunehmenden kirchlichen Definitionen, Annahmen und Festlegungen zu den Jesus-Ereignissen so mächtig, daß heute eine kaum überschaubare Wissenschaft bestehend aus Theologie, Philosophie, Ekklesiologie, Eschatologie, Pneumatologie, Mariologie, Sakramentenlehre, Gnadenlehre und Trinitätslehre vor uns steht. Die einfachen inspirierten Glaubensinhalte des Anfangs, die von „charismatischen Wanderern" predigend von Ort zu Ort weiter getragen wurden, stehen heute verwandelt als mächtige komplexe dogmatische Gebilde vor uns. Menschen in den Belastungen des Alltages können sich diesem unglaublich umfangreichen dogmatischem Werk nicht mehr nähern. Zudem nimmt durch die „Ferne zur Offenbarung", der Glaube selber stark ab, während die theologischen Wissenschaften so komplex geworden sind, daß ein Verstehen kaum noch möglich ist.

Dieses und unser materieller Zeitgeist, der wahres Spirituelles nicht mehr akzeptiert, entfremden uns von der Religion total und damit auch dem Verständnis für die Bedeutung des Christentums.  

Diese Schrift soll dazu beitragen, ein „neues Verständnis" für die Erscheinung des Jesus Christus und das nachfolgende Christentum aufzubauen und den Impuls wecken, sich tiefer mit unserer christlichen Religion zu beschäftigen.  

Zwei Stammbäume 

Die Geschichte, die den Menschen über die Geburt des Gottessohnes an Weihnachten erzählt wird, an der neben Josef und Maria auch Hirten und drei Könige teilnehmen, ist nicht wahr. Die nachfolgende Darstellung geht im Einklang mit dem NT auf die wahren Hintergründe ein und erläutert den Sinn des viel komplexeren Geburtsgeschehens.

In der Bibel stehen zwei Jesus-Geschichten. Eine in Matthäus, die andere in Lukas. Die Kirche hat über die Jahrtausende beide zu einer Legende zusammengeschmolzen, weil sie die tiefe Wahrheit und Notwendigkeit, die gerade in beiden Lebensläufen steckt, ihren Gläubigen am Anfang nicht zumuten wollte, später wurde sie vergessen. Heute wird erklärt, da hätten sich historische Fehler eingeschlichen.  Die Komplexität, die in Wirklichkeit darin enthalten ist, hätte das Kirchenvolk extrem verunsichert. Dennoch ist es eine wichtige Tatsache, dass das NT als dem Ausdruck von „Gottes Wort", deutlich zwischen diesen beiden Knaben unterscheidet. Beide haben sogar einen klar beschriebenen unterschiedlichen Stammbaum, wie nachgelesen werden kann.

Im Knaben des Matthäus ist demnach das erwartete „königliche" Kind, - der Messias -, der sog. „König der Juden" -, denn er wird als Nachfolger des Salomon geboren. Salomon ist Sohn des großen Königs David. Also eine durch und durch königliche Linie. Die Juden waren im Glauben, dass ein solches weltlich königliches Kind sie aus ihrem Dasein erlösen wird. Der Geburtsort des Matthäus-Kindes ist Bethlehem aber auch der Wohnort dieser Eltern. Sie heißen laut Stammbaum im NT Joseph und Maria.

(nachfolgende Bilder zur Weihnachtsgeschichte von Lilly Groß-Anderegg)

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Wie die Bibel zeigt, haben wir es mit sehr unterschiedlichen Szenarien bei der Geburt des Jesus zu tun. Der Matthäus-Knabe aus der königlichen Linie des Salomon, kommt „in einem Haus" zur Welt und bei ihm erscheinen die „Heiligen Drei Könige", um ihm ihre Segensgaben zu überbringen. In der alten Symbolik ist ein König das Vertreten des höchsten geistigen Prinzips. So sind die drei Könige die hohen Weisheitslehrer der vorhergehenden Kulturen aus Indien, Persien und Ägypten, die dem allerhöchsten (Geistigen) - dem König aller Könige -, dem noch kommenden Christus - ihren Tribut zollen. Aus ihren hohen Lehren „wissen" sie von den kommenden großen Weltereignissen. Als „Gottessohn" vertritt er selber das höchste „geistige Prinzip" der Welt. Die drei Könige stellen mit ihren symbolischen Geschenken die zukünftigen „höheren Menschenkräfte" dar, die durch den späteren Christus in die Menschheit einfließen sollen:
  • Caspar Gold symbolisiert „königliche" Macht und Weisheit  steht für Selbsterkenntnis, Erkenntnis des göttlichen Weltengrundes
  • Melchior, Weihrauch symbolisiert den Weltenäthers in dem der Geist lebt, Selbsthingabe/tiefe Frömmigkeit, Erreichung höchster menschlicher Tugend,
  • Bathasar; Myrrhe symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod, Zeichen der Selbstvervollkommnung, Verbindung des Menschen mit dem Ewigen.
In Weihrauch und Myrrhe wird zudem, so sagen die alten Lehren, das Spirituelle gefördert und der irdische Geist „leicht" gemacht.

In diesen Gaben für das Kind geht es um „Kultur-Keime", die der Christus später zum Leben erwecken wird, damit sie zu neuen Fähigkeiten der Menschheit werden. Das gehört zur Symbolik der königlichen Linie.

Der zweite Knabe ist Repräsentant der bescheidenen priesterlichen Linie des jüdischen Volkes, des Nathan. Nathan ist der Bruder des Königs Salomon. Dieser „priesterliche" Knabe wird in einer Krippe zur Welt gebracht. Die Überbringer des „Segensgaben" sowie derjenigen die Zeugnis ablegen, sind nicht Könige, sondern drei einfache gottergebene Hirten, die von allem nichts wissen und denen deshalb Engel erscheinen und ihnen sagen, was geschehen ist.

Schon in diesem so unterschiedlich angelegten „Doppelereignis" mit einerseits Armut, Bescheidenheit, Güte und Engelwirken und andererseits Weisheit, Verstehen und königlich weltlichem Glanz, zeigt die Bibel auf geheimnisvolle Weise, dass die „göttliche Planung" weisheitsvoll zwei Linien aufbaut, die später zusammenlaufen und dadurch eine wichtige Bedeutung erhalten, damit der noch höhere Plan überhaupt wirksam werden kann.

Es gehört zu den großen Irrtümern kirchlicher Lehren zu meinen, Gott könne sich so ohne weiteres in einen neu geborenen Menschen inkarnieren. Das geht nicht, denn dieser hohe Gottesgeist muß im Rahmen der von ihm selbst eingesetzten Naturgesetze sich selbst erst eine Leiblichkeit vorbereiten, die seinen universellen göttlichen Geist zu tragen vermögen. Mit einem Unterschied, Gott kann die Gesetzmäßigkeiten vollkommen überschauen und ihre Wirkungen weit voraussehen. Zuerst muß deshalb ein weltlicher Leib so vorbereitet werden, dass eine göttliche Geistseele, die des Logos selbst, in diesen einziehen kann. Mit den zwei so unterschiedlichen Jesus Inkarnationen, soll dies vorbereitet werden.

Der Sinn der zwei Jesus-Linien dient also dazu, Vorbereitung zu treffen, daß sich in zwei ausgezeichneten Menschenwesen, zwei Grundeigenschaften der Menschen ausbilden können: umfassende Weisheit und vollkommene Liebe. Zwei menschliche Geist-Seelen und zwei Leiber werden vorbereitet, um eines Tages das göttliche Licht, das Gottes-ICH, zu tragen.

Der Matthäus Knabe flieht auf Anraten der hl. drei Könige nach Ägypten (er ist ein Jahr vor dem Lukas Knaben geboren) und erst danach ziehen beide Familien, die aus Bethlehem und die aus Nazareth, in der kleinen Gemeinde Nazareth, wo sie ab jetzt zusammen aufwachsen. Nazareth wird von einer sehr religiösen und spirituell bedeutenden Sekte, den Essäern, betreut. Sie sind über viele verborgene Dinge bzgl. der Religionen „eingeweiht". Deshalb sind die beiden außerordentlichen Geburten bekannt und bei beiden Knaben sah man das „göttliche Leuchten". Deshalb beobachtet man genau, wie sich die Knaben entwickeln. Im besonderen Blick steht allerdings der salomonisch königliche Knabe, der die Voraussagen des AT für den „König der Juden" - den Messias - am besten erfüllte.

Durch die umfangreichen Ausführungen Rudolf Steiners dazu weiß man nun, dass die Knaben von Geburt an besondere menschliche Seelen in sich hatten, die eine wichtige Voraussetzung für das kommende waren.

Der königliche Knabe aus Matthäus trägt die „Geistseele" eines großen Weisheitslehrers der Menschheit. Das Kind ist deshalb von klein an hoch intelligent und verkörpert höchste Weisheit. 

Der zweite Junge aus Lukas, der priesterliche Knabe, hat dagegen eine ganz andere Geistseele, nämlich eine reine und geläuterte Seele, wie kein Mensch sie besitzt. Sie hat es vor langer Zeit bereits zu höchster Menschlichkeit und Liebefähigkeit entwickelt und sich allem Irdischen entwöhnt. Diese reine Geistseele „berührt das Kind" von oben und schwebt deshalb über ihm, wie eine leuchtende Flamme. Den Hirten an der Krippe erscheint dieses reine Wesen des Lukasknaben als ein großes Licht über dem Stall, das strahlt wie ein Stern. Der „Stern von Bethlehem" ist diese „reine Geistseele", die über dem nathanischen Jesus am Geburtsort schwebt und seine göttliche Mission dadurch offenbart.

Damit ist der Lukasknabe der Träger der höchsten Liebefähigkeit, der Matthäusknabe Träger der höchsten Weisheit. Kein lebender Mensch könnte diese reinen Zustände der beiden Knaben erreichen. In beiden wandeln also Fähigkeiten umher, die kaum vorstellbar sind: höchste vollendete Liebe und höchste allumfassende Weisheit. Während das weisheitsvolle Kind sehr intelligent war und damit jedermann beeindruckte, erschien das andere sehr zurückgezogen, scheu und ohne sichtbare Intelligenz. Aber seine innere Liebesausstrahlung war jedoch mit nichts zu vergleichen. Diese „großen Geistseelen" in den Knaben bereiteten nun das Innere der jeweiligen Leiblichkeit vor, um etwas noch höheres in Gang zu setzen: die Geburt Gottes selber, des Christus. 

Aber vorher geschieht noch etwas anderes. Die beiden Linien der Knaben vereinigen sich. Dies geschieht im Tempel in Jerusalem.

Im 12. Lebensjahr wandern beide Jesus-Familien mit ihren Knaben zum Passah Fest in den Tempel nach Jerusalem, wie dies seit langer Zeit Tradition ist. Dort geschieht das zweite schicksalhafte Ereignis. Rudolf Steiner berichtet, dass die Knaben im Schutz des Tempels eine besondere Begegnung miteinander haben. Sie stehen sich „göttlich gelenkt" gegenüber, was dazu führt, dass eine innere seelische Vereinigung zwischen beiden Knaben stattfindet. Der königliche Knabe des Matthäus, der die Weisheitsseele trägt, fällt in eine Ohnmacht und verstirbt kurze Zeit danach. Dadurch wird die darin inkarnierte hohe Seele frei und verbindet sich nun mit Seele und Leib des Lukasknaben, der die vollkommene Liebefähigkeit in sich trägt. In diesem einmaligen schöpferischen Vorgang verbindet sich nun eine höchste Weisheitsseele mit einer Seele höchster Liebe in einem einzigen Menschen. Der vorher unscheinbare Lukasknabe wird deshalb in Stunden so umfassend in seinen Fähigkeiten, dass er nicht wieder erkannt wird. Er beginnt sofort zu wirken. Weisheit und Liebe entfalten aus ihm heraus mächtig ihre ersten Wirkungen. Nachdem die Eltern ihn auf dem Heimweg verloren und dann gesucht  hatten, finden sie ihn nach drei Tagen im Tempel wieder, wo er unter den großen Schriftgelehrten sitzt und mit ihnen höchste Fragen des jüdischen Glaubens diskutiert und sie belehrt. „Die Eltern kennen ihren Sohn mehr".



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Die Tempelszene  des 12-jährigen Jesu,
einer besteigt den Thron, der andere tritt ab.
                     Bergognone, 14 Jhrt.
 

Dieser im Dunkeln liegende Umwandlungsvorgang im Tempel ist der Beginn von nun folgenden 18 Jahren im Leben des Jesus, von dem die Bibel nichts erzählt. Erst im 30. Lebensjahr hören wir in den Evangelien wieder von ihm. Bis dahin bleibt sein Leben bis heute unbekannt. Nur von Rudolf Steiner sind intime Zusammenhänge dazu detailliert beschrieben und erläutert.

So schildert er aus seinen geistigen Forschungen, dass dieser nathanische Junge aus Lukas überall auffiel, weil seine Weisheit und seine vollendete Liebe so ausgeprägt waren, dass jedermann tief beeindruckt war. 

Der Knabe (der aus Lukas) wurde nun in die Klostergemeinschaft der Essäer aufgenommen, die nach einer absolut „reinen Lehre" lebten und die von der kommenden Aufgabe des Knaben wussten. Sie sahen sich als Vorbereiter des kommenden Messiasgeschehens. Während das offizielle Judentum seinen „königlichen Messiasknaben" (aus Matthäus) verlor, weil er im 12. Jahr verstarb, bereitete sich geheimnisvoll und in aller Stille in der „Nebenlinie" des Nathan das Große vor. 

Einführung in höchste religiöse Lehren und Schulung geistiger Fähigkeiten wurden ihm hier zuteil, übrings zusammen mit Johannes dem Täufer, der auch zur Gemeinschaft der Essäer gehörte und dessen Mission ebenfalls bekannt war. Der hintergründige Leiter der Essäer war eine bedeutungsvolle Gestalt mit Namen „Mani", von dem sich die religiöse Strömung der Manichäer ableitet. Sie spielt bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums eine bedeutende Rolle und waren bis ins 5. Jahrhundert an vielen Philosophenschulen vertreten. Selbst Augustinus gehörte ihnen an, bis er sich zu einem katholischen Christentum bekannte. So muß man übrings religiöse Strömungen einer Zeit immer als Initiativen einer bestimmten Aufgabe sehen, die nur in dieser Zeit etwas vorbereiten bzw. initiieren. Es ist falsch, im Nachhinein diese als Falschentwicklung zu verurteilen, wie es in der Theologie immer wieder gemacht wird. Dadurch werden wichtige Entwicklungszusammenhänge bzw. Entwicklungsstadien einer Zeit verkannt bzw. ausgeschlossen und dem Verstehen entzogen.

In diesem dem NT entzogenen Wissen vom weiteren Lebensgang des Jesus von Nazareth, in der Zeit vom 12. bis 30. Lebensjahr, entwickelt sich der junge Jesus seiner hohen Mission entsprechend und erscheint erst wieder im 30. Jahr zur Jordantaufe. Für seine göttliche Mission reift er abgeschieden von allem heran und erscheint nun am Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen.

Für die kirchliche Lehre, die die Jordantaufe als die eigentliche  göttliche Geburt leugnet,  nur eine weitere Offenbarung und nicht, wie z.B. im frühen Christentum, das Herabsteigen Gottes in einen menschlichen Leib, entsprechend dem Bibelwort:

          „ Du bist mein geliebter Sohn, heute habe ich Dich gezeugt". 

Nach christlicher Theologie ist „Zeugen" das Hervorbringen eines göttlichen Wesen, „geschaffen" dagegen das Hervorbringen eines Geschöpfes. Die „Taube", die vom Himmel herabsteigt, ist Symbol für den Geist Gottes, - den Christus - der nun in diesen umfassend vorbereiten Leib des Jesus von Nazareth eintaucht. Erst hier wird Gott Mensch. Mit ballerhöchsten Geistseelen musste 30 Jahre lang eine außergewöhnliche „Körperlichkeit" hervorgebracht werden, damit Gott selber in diesen Leib einziehen kann.

Den Konzilien der ersten drei Jahrhunderte war es durch die frühe Festlegung, dass in der Krippe eine göttliche Geburt statt gefunden hat (Theothokos), nicht mehr möglich, zu dieser Wahrheit zurückzufinden, so dass wir bis heute glauben müssen, Gott sei in einer Krippe als Baby geboren und nicht erst nach einer langen Vorbereitung in einen vollendeten menschlichen Leib eingezogen. 

Aus den anthroposophischen Forschungen Rudolf Steiners, ist dieser bedeutsame Vorgang ganz anders zu sehen und in Wirklichkeit das Zentralereignis des Christentums. Seit dem 12. Lebensjahr, in dem sich die großen Seelen der beiden Knaben in einem Leib vereinigten, ließen sie vollendete „Weisheit" und  göttliche „Liebe" das Innere des Jesus von Nazareth einfließen. Ein reines, vollendetes aber noch menschliches Wesen steht am Jordan nun da. Die 2. Stufe im Werdegang der göttlichen Mission  ist erfüllt. Als er im 30. Lebensjahr auf dem Weg zu Johannes dem Täufer am Jordan ist, ziehen sich, während Johannes ihn tauft,  die beiden großen Geistseelen aus ihm zurück, d.h. sie verlassen seinen „reinen Leib" und stellen nun diese Jesus-Leiblichkeit, - dieses vollendete Gefäß - einer noch höheren Geistigkeit zur Verfügung: dem Geist Gottes selber. In dem „Symbol der Taube" wird uns in der Bibel allegorisch mitgeteilt, dass nun Gott selber in diesen geheiligten Leib des Jesus eintritt. Das WORT wird Fleisch. Gott opfert sein kosmisches Sein und wird Mensch im Leib des Jesus von Nazareth. Das unvorstellbare Lichtwesen, das Feuerwesen Gottes -, zieht für eine Zeit von 3 Jahren in einen menschlichen Leib ein. Eine Dimension, die sich jeder menschlichen Vorstellung entzieht und die in der Weltgeschichte einmalig ist. 

Die Jordantaufe ist somit das zentrale Ereignis des Christentums, in dem der Schöpfergott Christus einmalig einen menschlichen Leib annimmt. Der Mensch Jesus von Nazareth wird zum Christus, zum Gottmenschen.

In dieser Vereinigung verbindet sich etwas, was normalerweise nicht zusammengehört: Gott und Mensch, Kosmos und Erde, Geist und Leib. Deshalb ist dieses Weltenereignis ein Schöpfungsakt Gottes. Die Menschheit wird erlöst vom irdischen Dasein, indem sie durch die Christustat mit göttlichem Geist durchtränkt wird. Die Menschheit, die keine göttliche Kraft mehr hat, sich selbst aus der Materie zu befreien, um in die geistige Welt zurückzukehren, erhält von Christus das „Brot des ewigen Lebens", welches die Kraft ist, sich wieder mit dem Himmel zu verbinden. Durch diesen Vorgang wird die Erlösung der Menschheit von der Materie vorbereitet, in dem Gott sich selbst ins Irdische einbringt. Er gibt das „Heilmittel" zur Erlösung der Menschheit.

Dieser von Jesus zu Christus verwandelte Gott-Mensch, zieht nun nach der Taufe in die Wüste, um in Einsamkeit und Stille die „Inkarnation" seines Gotteswesens in die Jesus-Leiblichkeit weiter zu vollziehen, denn das geht nicht in einem Moment. Was bei einem Menschen normalerweise drei mal sieben Jahre dauert (21 Jahre), vollzieht er in 40 Tagen. Wieder ein göttlicher Schöpfungsakt, denn das hat es vorher nicht gegeben.

Nun wird verständlich, weshalb für ihn nach dieser Zeit in der Wüste seine eigentliche göttliche Mission beginnt: die Zeit der Versuchungen und des vielfältigen „Wunderwirkens", was wir in der Bibel genau nachvollziehen können. Denn jetzt ist es Gott, der im Leib des Jesus umhergeht. Jedes Wort ist nun bedeutsam und ist „Schöpfung" (performativ), jede Geste und jede Tat ist göttlich, ist schöpferische Tat. Die Schöpfung im Himmel wird auf der Erde fortgesetzt:

„Nun ist mir übergeben alle Macht im Himmel und auf der Erde!"

Als erstes erscheinen dem „Christus Jesus" die „Widersacher der Menschheit" (die Teufel), die „gefallene" geistige Wesen sind und die mit ihrem Einfluss gegen die Ziele der Menschheitsentwicklung arbeiten. Sie erkennen, dass der in Christus Jesus erscheinende Schöpfergott ihren Plänen zuwider läuft, weil er die Menschen von der Verbindung zum Göttlichen befreien will und sie immer mehr an das Irdische ketten. Der Mensch soll ein Knecht der Erde werden und nicht in seine geistige Heimat zurückkehren können. Also genau das Gegenteil von dem, was der Christus will. Die drei Versuchungsgeschichten sind deshalb große Symbole für diesen großen „Kampf" des Schöpfergottes mit den die Schöpfung behindernden Wesen. Christus will durch das Einfließen lassen seiner geistigen Kräfte (dem hl, Geist) dem Menschen helfen, diesen Einflüssen nicht mehr zu verfallen. Ohne seine Tat, könnte sich die Menschheit nicht weiter zum Geistigen aufschwingen. Die Menschheit war zu dem Zeitpunkt vor 2000 Jahren an einem Ende ihrer Entwicklung angekommen. Sie wäre dazu verdammt gewesen, in der Materie zurück zu bleiben. Dieses Geschehen wird von Christus durch seine Geistestat überwunden, so dass die Widersacher zwar da sind, ihnen aber von Christus eine Gegenkraft entgegengesetzt wird, die es den Menschen möglich macht, durch klares denken und freie Erkenntnis, dem Bösen zu widerstehen. In diesem Vorgang stehen wir auch noch heute. Darin ist ebenfalls unsere Freiheit begründet.

Der Grund warum es auf der Erde so viel Böses und Schlimmes gibt, liegt nicht bei Gott, sondern einzig und allein am Menschen, der in Freiheit dies erkennen kann und sich dagegen wehren, oder nicht. Das Böse ist da, damit der Mensch daran seine Erkenntnis und Freiheit entwickeln kann. Das Böse kann wirken, weil der Mensch frei ist.

In den folgenden 3 Jahren nach der Jordantaufe zieht der Christus Jesus mit seinen 12 Jüngern in Jsrael umher und er „durchchristet" alle Bereiche des Lebens auf die er stößt. Uns werden sie als Wunderheilungen und Segnungen erzählt. Jede von ihnen muß aber als mehr verstanden werden, denn jedes Ereignis ist als die Initiierung von etwas Zukünftigem zu verstehen, eine weitere Schöpfertat.

An dieser Stelle ist ein Wort zu den Mysterien notwendig. Diese waren in alten Zeiten und in allen Kulturen die Grundlage der „alten Wissenschaften". Sie entstanden aus dem geschulten Hellsehen, denn die Menschen hatten noch natürliche Fähigkeiten, Außerirdisches wahrzunehmen. In den Mysterienschulen wurde diese Fähigkeit gezielt ausgebildet, so dass nach Jahren bzw. sogar Jahrzehnten universelle „Eingeweihte" hervorgebracht wurden. Diese Wenigen, die auch nie im Rampenlicht der Geschichte standen, leiteten die Kulturen und hielten die Richtung der Entwicklung aufrecht. Sie besaßen zudem magische (geistige) Fähigkeiten, die der Menschheit im positiven Sinne nutzbar waren. Solche Persönlichkeiten waren z.B. Zarathustra, Abraham, Moses, Gilgamesch, Hermes, Pythagoras, Platon, Aristoteles und viele andere. Solche Eingeweihten gibt es bis heute. 

Die Inhalte, die sie der Menschheit brachten, wurden nie niedergeschrieben und zudem unter größter Geheimhaltung bewahrt. Unberechtigte Weitergabe stand unter Todesstrafe, weil es sich bei diesem Wissen um höchste göttliche Wahrheiten handelte. Nach diesen Gesetzen lebten alle Mysterienschulen, vom alten Indien, über Persien, Babylon, Ägypten, Israel, Griechenland und Rom. Durch das Erscheinen des Jesus Christus, des höchsten geistigen Führers und damit auch Leiters aller Mysterien der Geschichte, wurden alle Mysterienströmungen der Vergangenheit zu einer einzigen Strömung von ihm zusammengeführt, die alles bisherige umfasste und das Zentrum der neuen „Wissenschaften" werden sollte. Dies ist die Lehre des Jesus Christus, der den „Alten Bund" durch seine „Vollmacht" zu einem „Neuen Bund", dem Christentum, umschmolz. Gleichzeitig „öffnet" er durch sakrale Handlungen das Mysterienwissen und macht es für die, die sich darum geistig bemühen zukünftig erreichbar: „Selig sind die Armen", meint, die noch arm im Geiste sind und sich darum bemühen, werden selig. Das alte Prinzip des Glaubens und Gehorchens wird abgelöst durch Verstehen und Erkenntnis. Jedermann kann sich nun den höchsten Wahrheiten nähern, während es früher nur Wenigen offen stand. In dieser Allegorie sieht man, wie die alten Schriften bildhaft formulieren.

Gerade die Bibel ist eine solche allegorische Schrift und alles was sie schildert, muß richtig „übersetzt" werden. Sie ist ein Buch voller göttlicher und geheimnisvoller Bilder. Jedes Wort ist wahr. Nur über ihr richtiges allegorisches Verstehen kommen wir zu ihrem Inhalt.

Die kirchliche Lehre hat in den letzten Jahrhunderten die Bibel entmystifiziert und Allegorien so gut wie abgeschafft, mit dem Ergebnis, dass Aussagen entweder allzu wörtlich genommen oder in ihrem bildhaften Charakter nicht mehr verstanden werden. Obwohl schon Augustinus sagte, man hüte sich vor dem allzu wörtlichen Verstehen der Bibel, denn es entfernt einen vom wahren Inhalt. Das erleben wir heute im Übermaß.

Jesus als Christus hat nun als oberster Mysterienführer, als Gott, der über den Mysterien stand, in die alten Mysterien eingegriffen, indem er an allen Orten im Rahmen seiner „Wundertaten" offen darüber sprach. „Wissende" verstanden das. Ständig korrigierte er die Pharisäer und versuchte ihnen deutlich zu machen, dass nun dass „neue Himmelreich nahe sei" und damit aus seiner Vollmacht „neue Gesetze" zu herrschen haben. Dies alles verstanden sie nicht. Für sie war nur eines klar, der da spricht und Wunder tut, verrät ganz offensichtlich unsere höchsten gehüteten Geheimnisse. Wer das tut ist des Todes. Zudem erwarteten die Juden auch eine weltliche Königsgestalt, die das alte Judentum erneuert. Deshalb war für sie klar, dieser Jesus von Nazareth ist ein Betrüger, er verrät unsere Mysterien, ist kein weltlicher König, greift unsere Macht an und muß deshalb zum Tode verurteil werden.

Mit diesem Urteilsspruch wird seiner göttlichen Mission ein Ende gesetzt und Christus Jesus stirbt den Tod am Kreuz.

Hierbei erfolgt eine weitere Stufe im göttlichen Plan. Während Christus Jesus am Kreuz verstirbt, öffnet der Soldat Longinus mit einem Speer die Seite des Jesus. Blut und Wasser fließen heraus und fließen in die Erde. Der Gottesgeist, der im Blut lebt (wie auch die menschliche Seele an das Blut gebunden ist), verbindet sich nun mit der Erde. Göttliches Blut benetzt die Erde. Für einen geistig Schauenden „flammt" die Erde in diesem Moment in einem gewaltigen Licht auf, denn der „Feuergeist Gottes", der für drei Jahre in einem Menschen wohnte, zieht aus der Jesus-Leiblichkeit aus und durchdringt nun die Erde. Christus wird der Geist der Erde. Durch diesen Vorgang wird der Tod alles Irdischen überwunden (von Erde, Mensch und Natur), weil der göttliche Geist nun alles erneuernd geistig durchdringt.

Während bisher der Leib nach dem Tode in der Erde zurückblieb, und nur die Seele aufstieg, wird nun durch die neue göttliche Kraft, die Christuskraft, dieser Tod des Leibes überwunden, was heißt, das Materielle, das Leibliche, wenn es verwest, wird „verwandelt" nach „oben", wird verwandelt zu einem Geistleib. Unser materieller Körper wird ein geistiger Körper, der mit der austretenden Seele in die geistige Welt mitgenommen wird. Die Leiblichkeit des Menschen war nicht umsonst, denn sie wird verwandelt in die geistige Welt, in der Mensch nach dem Tode verbleibt. Dem Tod, der alles verwesen lässt, wird der Stachel genommen. Das bedeutet, Seele und Geist nehmen auch die Leiblichkeit in einer „umgewandelten Form" mit. Der physische Leib das Wunder der Schöpfung, geht nicht verloren, sondern wird nun die Grundlage eines neuen „geistigen Leibes". Das ist das Geheimnis der Auferstehung. Ohne den Kreuzestod des Schöpfergottes Christus, wäre das nicht möglich gewesen. Deshalb opfert er sich aus seiner geistigen Welt und steigt auf die Erde herab, stirbt in einem Menschen, um Erde und Menschheit mit seinem Geistwesen einzuhüllen.

Deshalb musste Christus selbst den Tod eines Menschen erleiden, um dies zu bewerkstelleigen.  Das hat zur Folge, dass er nicht zurück zum Vater geht, mit dem er eins ist, sondern zum Geist der Erde wird.  Vorher war er der Geist der Sonne, weshalb er sagte „ich bin das Licht der Welt". Nun bleibt er hier in unserer Welt, um die Menschheit bis zum Schluß mit seinen göttlichen Geisteskräften zu dienen. Deshalb sagt er:

„Ich bin bei euch, bis an das Ende der Erdenzeit" 

Der Tod am Kreuz ist eine göttliche Notwendigkeit, den Niederstieg des göttlichen Geistes ins tiefste Irdische zu vollbringen. Während jedoch der Mensch normalerweise seinen Leib zurücklässt und Seele und Geist in die geistige Welt eingehen, nimmt die Christuswesenheit diesen physischen vollendeten Leib jetzt verwandelt mit (wie aus gefrorenem Wasser Dampf wird). Jesus Christus hat durch seine göttlichen Kräfte seinen Leib zu Lebzeiten so rein gehalten, dass er diesen gereinigten physischen Leib in einen „Lichtleib" verwandeln kann, der gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Daseinsformen der Menschheit werden wird. Das ist das Geheimnis der „Auferstehung". Was er in kurzer Zeit vollbringt, wird die Menschheit in den folgenden Jahrtausenden in kleinen Schritten nachvollziehen.

Das gleiche geschieht mit dem „Wesen Erde". Im Tod überwindet der Christus nicht nur die irdische Anbindung des Menschen, sondern auch der Erde selbst. Auch sie wird durch die über den Kreuzestod einfließenden Gottes-Kräfte von den irdischen Ketten befreit. Der „Vorhang im Tempel zerreißt" heißt,  dass nun für alle Menschen das „Allerheiligste" offen steht: die göttliche Welt. Sie ist dem Menschen nicht mehr verschlossen, sondern nun (nach und nach) durch den eingebrachten „heiligen Geist"  wieder erreichbar. Man kann auch sagen, vom göttlichen Geist abgetrennt und in der irdischen Welt ausgesetzt, bedurfte der Mensch einer neuen Kraft, die ihm hilft, wieder in die höhere geistige Heimat aufzusteigen. Diese Kraft brachte der Christus. In der Auferstehung wird die an einem Tiefpunkt der Entwicklung angekommene Schöpfung, im Materiellen,  durch den direkten Eingriff Gottes neu impulsiert:

„Gott wurde menschlich, damit der Mensch wieder göttlich werden kann".

Deshalb ist der Ostermorgen das wirkliche und welthistorische Wunder der Auferstehung. Ein Phänomen, dass es noch nie gab. Die göttliche Kraft durchdringt Erde und Mensch, bereitet ein Erlösung vom Materiellen vor und begleitet uns bis an das Ende unserer Evolution. Der Schöpfergott setzt seine Schöpfung hier auf der Erde fort. Mensch und Erde sind zwar äußerlich klein, in ihrer Bedeutung der Schöpfung stehen sie jedoch im Zentrum allen Geschehens. Nicht was geometrisch im Zentrum steht ist die Mitte, sondern was geistig im Zentrum ist.  Alle Wesen des Alls stehen dienend in dieser Aufgabe, um den Menschen zu dem zu machen, was die alten Texte sagen:

„Der Mensch als die Krone der Schöpfung und ein „Abbild" Gottes".


Die Zwei Marienwesen


Wenn es sich so verhält, wie hier dargestellt, dann gab es nicht nur zwei Jesus-Knaben, sondern auch zwei Jesus-Mütter. Das verklompliziert die Sachverhalte wesentlich und erscheint uns nun gar nicht mehr verstehbar. Dennoch gibt es auch dafür eine plausible Erklärung, die allerdings ein sehr tiefes Verständnis christlich göttlicher Vorgänge erfordert. 

Wie wir gesehen haben, wohnte der königliche Knabe in Bethlehem in einem Haus, in dem er auch geboren wurde. Der priesterliche Knabe aus Lukas kam aus Nazareth und wurde in einem Stall in Bethlehem geboren (wegen der Volkszählung). 

Maria, die Mutter des königlichen Knaben aus Matthäus war eine gesellschaftlich hochstehende Frau, denn sie war im Tempel eine Priesterin. Durch diese Aufgabe gehörte sie nach heutiger Sprache dem „Klerus" an und war hochgebildet. Ihr „königliches Kind" hatte die Weisheitsseele, sie selber eine hohe Bildung und gehörte damit der geistigen Elite an.

Die Mutter des anderen Kindes aus Lukas, auch Maria genannt, war in ihrem Wesen ganz anders. Sie war abgeschirmt aufgewachsen, scheu und gottergeben. Ihre Seele ist eine sog. „Unberührte", was bedeutet, dass diese Seele noch niemals irdisch verkörpert war, im Gegensatz zum Menschen, der sich regelmäßig verkörpern muß, um in seiner seelisch geistigen Entwicklung weiterzukommen. Engel z.B. verkörpern sich nie, sondern erscheinen in Ausnahmefällen für kurze Zeit irdisch sichtbar oder sie „inkooperieren" sich für eine Zeit. 

Diese lukanische Maria wird deshalb die „Unbefleckte Seele" genannt, weil sie unberührt von allem Irdischen war und sich so erstmalig in einen menschlichen Leib inkarnierte. Sie ist eine göttlich reine Seele. Eine „kosmische Jungfrau", unberührt vom Irdischen. Jetzt wird verständlich, warum nur ein solches Wesen den „Erlöser" gebären konnte, dem selber die höchste göttliche Mission bevorsteht. Deshalb liegt der gesamte Vorgang von Mutter uns Sohn außerhalb menschlicher Vorgänge. Hier erkennen wir kosmische Vorgänge, die ein wenig in unsere irdische Welt hineinragen. Auch schon bei der Geburt.  Denn dieser Lukasknabe ist, wie wir gehört haben, zum Schluß derjenige, der am Kreuz auf Golgatha stirbt, weil nur in ihm sich der Weltengott inkarnieren konnte. Das bedurfte einer Vorbereitung von unvorstellbarer Dimension.

Wir haben also eine „Unbefleckte Seele" und eine „unbefleckte Empfängnis". Die unbefleckte Empfängnis wird vor diesem Hintergrund so erklärt, dass ein physischer Zeugungsakt natürlich statt gefunden hat, aber nun göttlich so beeinflusst, dass sich die beiden Zeugenden ihres Tun nicht bewusst sind. Sie „träumen" während ihres Tuns, so dass dadurch ihre Seelen „nicht schuldig" werden. Es ist ein unbewußtes Zeugen. Dies ist in Wahrheit das Geheimnis der unbefleckten Empfängnis. Es ist immer die Seele die schuldig wird, denn sie ist der eigentliche Kern alles Menschlichen. Der Mensch z.B. läutert seit Jahrtausenden seine Seele im irdischen Tun (Katharsis, Exerzitien), um dadurch in seinem Menschlichen immer weiter zum Göttlichen aufsteigen zu können. Bei Josef und Maria geschieht dies durch göttliche Vorsehung in einem Moment. Josef zeugt Maria ein Kind und weiß es hinterher nicht, weil er bewusst nicht dabei war! Ein absolut reiner Vorgang, in dem Lust und Sexualität keine Rolle spielen.

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Die beiden Marien und Elisabeth
14. Jhrt. Bergognone
 

So haben wir in den beiden Müttern eine weisheitsvolle und eine göttlich reine Maria. Die reine ist diejenige, die bis zum heutigen Tag als göttlich verehrt wird (thronend), aber nach der heutigen Lehre als ein weltliches Wesen, ein Geschöpf, angesehen wird. Dieser fundamentale Irrtum hat sich im Laufe der vergangenen 1700 Jahre tief in das menschliche Bewusstsein eingeprägt, weil man schon frühzeitig, seit dem 3. Jahrhundert, Maria als „Theothokos" definierte, also die, die Gott geboren hat und damit zum Schöpfungsmittler wird. Aber dennoch ordnete man sie in eine weltliche Dimension ein, Maria als ein menschliches Wesen, was sie nicht ist. Die Wahrheit ist eine andere. 

So wie in Jesus von Nazareth erst bei der Taufe am Jordan, nach langer Vorbereitung der Logosgeist einzieht, wohnt in dieser reinen Maria aus Lukas eine Geistseele, die zum höchsten gehört, was wir uns vorstellen können. Ihre Seele ist die sog. „Weltenseele", die „Weisheit des Alls", die seit Jahrtausenden als die „Sophia" bezeichnet wird. Die Kirchliche Lehre hat in den ersten Jahrhunderten diesen alten Begriff samt Inhalt getilgt und daraus eine weltliche reine Maria gemacht. Dies geschah aus vielerlei Gründen, besonders aber deshalb, weil ein weibliches Wesen in der göttlichen Hierarchie, dem durch die Kirche verbreiteten Patriachat im Wege war. So kam es, dass wir heute in der offiziellen christlichen Lehre eine göttliche Welt vorfinden, in der nur männliche Wesen regieren: Vater, Sohn, hl. Geist und eine irdische Frau (man hat ihr die göttliche Herkunft genommen, obwohl sie nach dem Vater das höchste göttliche Wesen ist. Diese „Verschiebung" der Wahrheit in der kirchlichen Lehre ist eine Sünde wider den hl.Geist, der nie entschuldet wird, weil er gegen jedes Wissen statt fand.

Mit diesem Inhalt erfahren wir nun, dass auch ein weiblich göttliches  Wesen an der Schöpfung mitgestaltet, sogar von Anfang an  im Schöpfungsgeschehen dabei ist. In den Sprüchen des weisen Salomon in 8/12 heißt es zu ihr:

Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und ich weiß guten Rat geben....

Der Herr hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang, vor der Erde. Da die Tiefen noch nicht  waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen. Ehe denn Berge eingesenkt waren, war ich geboren, da er die Erde noch nicht gemacht hatte und was darauf ist. Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst....   da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte: da war ich Werkmeister bei ihm.....

Dieses dem Vaterwesen gleichrangige göttliche „Mutterwesen" gehört also zum Ur-Schöpfungsplan und ist maßgeblich daran beteiligt, den Erlöser selbst hervorzubringen. Später wird sie ihn sogar bei seiner Erdenmission als Mutter begleiten. Ihre göttliche Geistseele muss dabei sein, wenn der Weltenerlöser seine Mission vollbringt. Sie, die Sophia, die göttliche Allweisheit (bei den Ägyptern Isis genannt), inkarniert sich in der lukanischen göttlich reinen und unbefleckten Maria, um den Jesus von Nazareth zu gebären, der erst im 30. Jahr in der Jordantaufe zum Christus wird. Wir sehen daran, was alles notwendig war, um den göttlichen Plan der Menschwerdung Gottes zu vollziehen. Die Inhalte dazu lagen immer im Dunkeln und nur wenige „Eingeweihte" wussten um die Zusammenhänge. In den Mysterienschulen wurden diese Geheimnisse nur Vorbereiteten weitergegeben. Das Zerreißen des Vorhanges im Tempel, beim Tod des Christus auf Golgatha, symbolisiert, dass dieses Verbot, der Zugang zum Allerheiligsten, jetzt aufgelöst ist, so dass nun jeder Mensch, der sich um die Wahrheit bemüht, ins "Allerheiligste", dem göttliche Wissen, eintreten kann.

Rudolf Steiner, der große christliche Eingeweihte, hat dieses uralte Mysterienwissen aus eigener geistiger Forschung hervorgebracht und in seiner ganzen Breite offen gelegt, so dass jedermann in seinem umfangreichen Werk  diese Inhalte studieren kann. In seinen umfangreichen Beschreibungen werden die vielfältigen eschatologischen Lücken der christlichen Lehre aufgelöst, weil er detailliert beschreibt, was sich unsichtbar über uns und geheimnisvoll  um uns zugetragen hat.

Unter dem Kreuz auf Golgatha stehen zum Schluß Johannes und Maria und begleiten den Christus Jesus auf seinem letzten Weg. Welche Maria ist es nun, die da unter dem Kreuz steht?

Es ist die Maria aus dem Matthäus Evangelium, die Priesterin und gebildete Frau, denn die göttliche Maria ist nach dem Tempelereignis im 12. Jahr des Jesus verstorben. Sterben heißt jedoch, in die geistig göttliche Welt eingehen und von dort aus auf das Irdische einzuwirken. Genau das geschah. Die göttliche Weltenseele, die Sophia, verbindet sich  „von oben" mit der noch lebenden priesterlichen Maria, so dass unter dem Kreuz nun beide Marien stehen, nämlich die irdische Priesterin und die göttliche Weltenseele zugleich. In Johannes/Lazarus erscheint die große Geist des Elias, des größten Propheten des alten Testaments, zu dem Jesus selbst sagt: „er ist der Kleinste in den Himmel, aber der größte unter den Irdischen". So ist Jesus Christus der Weltenschöpfer, am Kreuz umgeben von besonderen Konstellationen. Der höchste auf Erden und die höchste in den Himmeln werden durch seine letzten Worte zu einer Einheit verbunden: "Siehe Sohn, das ist deine Mutter, siehe Frau das ist dein Sohn", symbolisiert, das höchste Himmlische (Sophia) und das höchste Irdische (Johannes) werden durch seine Worte zusammengefügt.

Alles ist von einem so mächtigen göttlichen Szenario eingerahmt, welches man erstaunt zur Kenntnis nimmt. Gott hat mit der Begründung des Christentums nicht nur sich selber ins Irdische  bewegt, sondern auch seine gesamten Engel-Hierarchien. Christentum ist also keine prophetische Angelegenheit, sondern Gott selber hat hier gewirkt und ist immer noch in Bewegung. Deshalb ist das Christentum eine Zukunftsreligion. Gott wurde Mensch, damit die Menschen wieder göttlich werden können. Was dazu notwendig war, hat er selber mit eingebracht.

Heute ist das Christentum immer noch in einer inneren Vorbereitung und nicht so recht „sichtbar". Aber es wird in den kommenden Jahrzehnten, beginnend mit dem 3. Jahrtausend, seine vollen geistigen Kräfte entfalten, und allen Menschen anschaulich machen, wie Gott sich selber zum geistigen Führer der Menschheit auf Erden gemacht hat. In Christus werden dann alle Religionen und Kulturen zu einer weltweiten Religion und wahren Spiritualität zusammen-fließen. So wird er bei uns sein, bis an das Ende der Erdenzeit. 


Das Geheimnis vom Bösen bzw. die Theodizeefrage


Keine Religion ist schlüssig, wenn sie die Frage nach dem Bösen nicht genau erklären kann. Heute rankt sich um alle Religionen dazu etwas nebulöses. Auch die katholische Religion kann dazu wenig konkretes sagen. Rudolf Steiner hat dagegen in seinem großen Werk dazu umfangreiche neue Wissensinhalte beschrieben, die das Böse im Detail erklären.

Demnach ist es so, dass das Geheimnis des Bösen den Menschen lange Zeit verborgen wurde. Erst in unserer heutigen Zeit sind wir mit unserem Bewusstsein in der Lage, die durchaus schwierigen Hintergründe darzustellen und zu verstehen. Rudolf Steiner schildert, dass auch „das Böse" reale geistige Wesen sind, genau wie die Göttlichen. Gutes und Böses steht sich „gegenüber" und der Mensch mit seiner „anfälligen" Seele steht dazwischen. Der göttlichen Trinität steht eine antigöttliche Trinität entgegen.  Beim Bösen handelt es sich um vor Urzeiten von Gott abgefallene Engel, die in ihrer neuen gottfernen Rolle alles tun, die Entwicklung des Menschen aufzuhalten. Sie sind der „Widerstand" an dem sich die menschliche Entwicklung die Freiheit erringen muß. Für diese Aufgabe sind sie dreigeteilt, weil jeder Wirkbereich von ihnen eine andere Widersacherkraft verkörpert. Die Menschheit soll auf drei Wegen verführt werden und „vom Weg abkommen". In diesen Aufgaben erhielten sie Namen, die ihre jeweilige Mission entsprechen:

Luzifer (der falsche Lichtbringer), der, der die Menschen in ihrem emotionalen Bereich trifft, bei Ausschweifungen, Süchten, Begierden, falscher Magie, Drogen, Alkohol etc.. Er ist die unsichtbare Kraft, die die Menschen dahin treibt.

Ahriman, auch Satan genannt, (der Vermaterialisierer) ist derjenige, der den Menschen in den Bereichen der Macht, unmenschlicher Technik, unsoziale Strukturen, Geldsystemen und Ausbeutung jeder Art beeinflusst. Wo Ahriman ist, geht es hart und kalt zu.

Die Asuras (die Kulturzerstörer) verkörpern die dritte Kraft des Bösen. Das sind die, die die Menschheit in allen Kulturfragen angreifen: Religionen, Weisheiten, Kunst, Sprache, Musik, Geisteswissenschaften. Der Verfall in diesen Bereichen bringt das Fundament der Menschheit gänzlich zum wanken.schaftlich und kaum jemand kann unterscheiden, wer gerade seine Macht ausübt.

Das grundsätzliche Geheimnis aller drei ist jedoch, kaum erkennbar zu sein: „den Teufel spürt das Völkchen nie und säß er ihm im Nacken" /Faust. In einem katholischen Brevier über das Wesen der Teufel steht am Anfang: „Die größte Macht des Teufels besteht darin, den Menschen einzureden, dass er nicht existiere". Dieses Phänomen steht bei der Bedrohung durch das Böse im Vordergrund.

Daraus ist der Rückschluss zu ziehen, daß das Böse, das der Mensch tut, von diesen Widersachern in unserer Seele initiiert wird und nur unseren Glauben und unsere Tugenden sind ein Schutzschild dagegen. Schwächen in unsere Seele sind die  „freien Felder", in denen sich diese Kräfte einnisten können. Stärken wir uns in Seele und Geist, sind wir immun gegen diese Verführungen. Das uralte Prinzip von Exerzitien, Meditation und Gebet.

Zudem kann mit diesen Inhalten die Theodizeefrage anders beantwortet werden, denn nun ist deutlich, nicht Gott lässt das Böse in der Welt zu, sondern der Mensch in seinem freien Handeln. Gott hat die Welt geschaffen und das Böse darin mit zugelassen, damit sich der Mensch aus Freiheit für das eine oder andere entscheiden kann. Der Mensch entscheidet, ob er etwas Gutes tut, oder ein Böses zulässt. Kein anderer. Je mehr er sich sein Wissen und seine Erkenntnisfähigkeit ausgebildet hat und moralische Kräfte geübt, um so eher kann er sich allen Verfehlungen widersetzen.  Damit wird der richtigen Autorität des Menschen das Wort gesprochen und nicht fremden Autoritäten bzw. Gesetzen und Vorschriften. Der Mensch ist seit einiger Zeit herausgelöst aus der göttlichen Führung und sich selbst übergegeben. Er muß Erkennen und selbst frei Entscheiden. Gott hat uns dazu - nicht einer Institution - die Vollmacht übergeben.


Vom JCH-BIN zum JCH

Bevor der Christus in die Welt kam, hatten die Menschen kein  Selbstbewusstsein, wie wir das heute kennen. Sie hatten noch kein JCH. Sie waren Wesen, die sich mehr als Glieder einer Gemeinschaft, einer Gruppe bzw. einer Ahnenreihe fühlten. Ihr „JCH" war die Ahnenreihe. Jeder Mensch war ein Wesen einer Gemeinschaft. Das wird z.B. bezeugt durch die Namenaufzählung in alten Kulturen, in der man um sich selbst zu beschreiben, ganze  Ahnenreihen aufzählte, bis zu den Urvätern. Man fühlte sich in einer solchen Reihe als ein Teil, eine Fortsetzung.

Mit dem geistigen Einschlag des Christus erhielten alle Menschen, wie wir gehört haben, einen neuen „göttlichen Geistkeim", den man als JCH bezeichnet. Dieser Geistkeim, den wir als „Gnadentat" ohne Vorleistung bzw. Vorbedingung erhielten, muß in der Zukunft von uns selbst weiterentwickelt werden. Dies geschieht durch die Fähigkeiten, die uns dieser Geistkeim, - aus dem hl. Geist -, gebracht hat und der sich uns Menschen als die Fähigkeit des Denkens und der  Erkenntnis zeigt. Denken wir, leuchtet in uns göttlich, geistiges auf, so dass wir in diesen Momenten mit dem Kosmos verbunden sind. Unser Leib und unsere irdischen Sinne verbinden uns mit der irdischen Welt, im Denken verbinden wir uns mit der geistigen Welt. 

Am Ende der Erdenzeit wird dieser Gotteskeim in uns so mächtig sein, so ausgeprägt, das jeder Mensch zu einem kleinen Spiegelbild Gottes geworden ist, jedoch individuell ausgeprägt. Über diesen Weg hat Gott sich aus dem „Einen" (in dem alles enthalten war) zu einer unendlichen „Vielheit" (von menschlichen Individualitäten) verwandelt: der Menschheit. Gott wurde einmal ein Mensch, damit anschließend die ganze Menschheit durch sein JCH wieder göttlich werden kann.

Dieser innere Impuls zu Gott ist unser J-CH, das in Wahrheit Jesus Christus heißt. So ist Jesus Christus für immer in uns. Jedes Mal wenn wir JCH sagen, rufen wir dieses innere Geheimnis unbewusst auf.

Während dieser Prozess des Christentums im Abendland eingeleitet wurde, wird dies in der Zukunft mehr und mehr alle Völker ergreifen, so dass am Ende alle Religionen und geistigen Strömungen in einem aufgehen werden:

dem Christentum.

„Der Herr hat uns der Welt übergeben, damit wir „Werden". Jetzt holt er uns durch seinen Sohn Jesus Christus zurück, denn wir sind Gewordene".
 

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Der Schöpfer mit dem „Zirkel"

 

Die Sophia wird auch die „Geometrie Gottes" genannt oder

der „Werkmeister Gottes". Dies symbolisiert der Zirkel, der das Instrument ist, mit dem der Schöpfergott Christus die Welt vermisst. Dieses „Instrument" symbolisiert die göttliche Allweisheit, den Urgrund alles Gewordenen. So wird ihr Geheimnis bis heute verborgen.

 
      

 

Mag die geistige Kultur immer fortschreiten,
mögen die Naturwissenschaften in immer breitere Ausdehnung und Tiefe wachsen
und der menschliche Geist sich erweitern, wie er will - 
über die Hoheit und sittliche Kultur des Christentums,
wie es in den Evangelien schimmert und leuchtet,
wird er nicht hinauskommen !

Goethe am Ende seines Lebens zu Eckermann am 11. März 1832